Im Herbst hatte ich die Gelegenheit, vier Wochen in England (Portsmouth) zu verbringen, um meine Englischkenntnisse zu verbessern und neue Erfahrungen zu sammeln.
Lisa Mock

Gemeinsam mit einer Gruppe von vier weiteren Lernenden, die auch in Liechtenstein arbeiten, reiste ich nach Portsmouth. Es war das erste Mal, dass ich allein (sprich ohne meine Eltern) ins Ausland gereist bin und sogar mein erster Flug überhaupt. Während der ersten Woche besuchte ich eine Sprachschule, um meine Englischkenntnisse zu vertiefen aber auch um die Kultur, Geschichte und das allgemeine Leben in England besser kennenzulernen. In den nachfolgenden drei Wochen durfte ich bei ‘Pompey in the Community’ arbeiten, was eine unglaublich grossartige Erfahrung war. Pompey in the Community ist eine preisgekrönte Organisation, die die Beliebtheit des Fussballvereins Portsmouth FC nutzt, um Bildung, gesunde Lebensweise und sportliche Teilhabe zu fördern. Sie bietet Programme, für benachteiligte Menschen aller Altersgruppen an und verfolgt das Ziel, durch Sport & Bildung das Leben der Menschen zu verbessern und eine Gemeinschaft zu bilden. Pompey ist der Spitzname für die Stadt Portsmouth und ihren Fussballverein. Da ich selbst auch Fussball spiele war dieser Ort perfekt für mich.

Gewohnt habe ich in einem typisch britischen Haus, welches auf beiden Seiten verbunden war mit weiteren Gebäuden. Man nennt diese Gebäude „terraced house“. Ich habe mich bei ihnen sehr wohl gefühlt. Meine Gastmutter war sehr liebevoll und ich hätte mir keine bessere Gastfamilie vorstellen können. Sie hat zwei Töchter im Alter von 14 & 21 Jahren und ausserdem zwei niedliche Hunde.
Woche 1
Als wir am Sonntag in England gelandet sind, wurden wir von einem Fahrer abgeholt. Er brachte uns zu den jeweiligen Gastfamilien. Während der Fahrt haben wir viel mit ihm gesprochen und es war anfangs schwer den britischen Akzent zu verstehen. Als ich bei meiner Gastfamilie eintraf, haben sie mich herzlich empfangen. Am selben Abend gingen wir als Gruppe das erste Mal essen. Da in England „Roasted Dinner“ an Sonntagen sehr traditionell ist, wurde uns ein bekanntes Restaurant empfohlen. Es war unser erster Abend und es hat mir da schon sehr gefallen.

Am Montag war unser erster Tag an der IBD Partnership Schule, zu der Lara, Mina und ich zu Fuss gelaufen sind, um die Umgebung etwas genauer zu erkunden. Ausserdem haben wir uns Essen für den Mittag besorgt, welcher in der ersten Woche hauptsächlich aus Baguette und Käse bestand. In der Schule wurde uns vieles über das Leben in England, die Kultur und die Geschichte erzählt. Am Nachmittag durften wir einen Städtetrip durch Portsmouth geniessen. Von Dienstag bis Freitag hatten wir Englischunterricht bei Catherine, bei der uns viel über die Geschichte in Portsmouth erzählt wurde. Zudem argumentierten wir über tiefgründige Themen und hatten die Aufgabe ein Rollenspiel vorzuführen. In der ersten Woche sind wir fast jeden Abend auswärts in einem Restaurant essen gegangen.

Am Freitag sind Joel, Lara, Mina und ich mit dem Coach Überlandbus nach London gereist. Dort haben wir in einem Hotel übernachtet und konnten so mehr von der Stadt sehen. Es war sehr anstrengend, da wir immer zu Fuss gelaufen sind. Trotz grossen Menschenmengen hat es mir gut gefallen.
Woche 2
Nun hat bereits meine zweite Woche gestartet. Ich war sehr nervös auf dem Weg zur Arbeit, da ich nicht genau wusste was auf mich zukommen würde. Vicki hat mich zu Hause abgeholt und brachte mich zu meinem Arbeitsort. Dort wurde ich von Clare herzlich empfangen. Sie war meine Verantwortliche für die nächsten 3 Wochen. Zuerst hat sie mir das Gebäude gezeigt und mir den Ablauf der nächsten Wochen erklärt. Am ersten Tag durfte ich mit Menschen, die eine Arbeit suchen zusammenarbeiten. Am Nachmittag hat mich Clare zum Kings Theater mitgenommen, bei dem ich zuschauen durfte, wie sie ihre Rede für den kommenden Volunteering – Avard vorbereitete.
An den weiteren Tagen durfte ich mit älteren Menschen einen Spielmorgen erleben, half bei den Herbst- und Winterdekorationen im Secondhand Shop mit und erledigte Aufgaben im Büro von Pompey’s. Am Freitag musste ich sogar allein an der Rezeption arbeiten und Anrufe entgegennehmen, was ich schwierig fand, da ich noch gar nicht alle Mitarbeiter kannte und die Kunden meist weiterleiten musste.


Am Wochenende stand Oxford auf dem Programm. Wir reisten am Samstag mit dem Zug nach Oxford. Es war der erste windige und regnerische Tag seit unserer Ankunft. Oxford hatte grossartige Shops und Kaffees. Die Architektur und das College gefielen mir sehr gut.
Woche 3
In der dritten Woche durfte ich mit der Mädchenmannschaft der Jahrgänge 2008 und 2009 mittrainieren und ebenfalls einen Fussballmatch von ihnen schauen. Es hat mir riesig gefallen mit ihnen zu trainieren und zu sehen, wie hoch die Leistungen von ihnen sind. Sie trainieren täglich und gehen beim Pompey’s ins College. Trotzdem konnte ich gut mithalten mit ihnen und es hat sehr Spass gemacht.
Das Trainingskit durfte ich sogar behalten als Erinnerung. In dieser Woche durfte ich vieles im Zusammenhang mit Fussball erleben. Gemeinsam mit zwei Mitarbeiter schaute ich einen Fussballmatch der Männer im Stadion. Es war interessant zu sehen, wie die Stimmung der Fans dort ist. Es war unglaublich und ich habe gemerkt, dass dieser Ort komplett für mich geeignet war. Am Donnerstagnachmittag durfte ich bei einer Stadiontour mit einem Architekten und Schriftsteller, welcher ebenfalls für Norman Forster geschrieben hat, dabei sein. Dass sie mich dort involvierten betreffend meine Lehre, habe ich sehr geschätzt.


Nun näherte sich bereits das letzte Wochenende in England. Die Zeit verging wie im Flug. Da wir am Freitag alle frei hatten, gingen wir an diesem Tag nach Brighton. Mir haben die Vintage Shops sehr gefallen und ich habe endlich meine Traumjacke gefunden. In Brighton waren wir hauptsächlich shoppen.
Am Samstag sind wir nach Bath gereist mit dem Zug. Von all den Städten, die wir in England besuchten, hat mir Bath am besten gefallen. Die Bäume waren bunt und man spürte den Herbst. Ausserdem gefielen mir die Römischen Bäder und die Stadt selbst sehr gut. Am Sonntagmorgen trafen wir uns bei der Gastfamilie von Mina und haben gemeinsam mit ihnen gefrühstückt. Am Nachmittag schauten Lara Joel und ich den Fussballmatch der Frauen im Fratton Park. Das letzte Wochenende habe ich sehr genossen, es war ein schöner Abschluss.

Woche 4
In der letzten Woche war ich in Primarschulen tätig und half dort beim Unterrichten der Sportlektionen mit. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Schulen in England gegenüber zu denen in der Schweiz aufgebaut sind. Ausserdem habe ich auch im Büro gearbeitet, um T-Shirts und Preise vorzubereiten für den Zehn-Meilen-Lauf, der am Wochenende stattfand, an dem ich wieder zurückreiste.

Am Donnerstag war bereits mein letzter Arbeitstag. Es war sehr emotional, da mir meine Mitarbeiter in England sehr wichtig geworden sind. Am Freitag gingen wir als Abschluss ein letztes Mal zur IBD Partnerships Schule um unsere Auszeichnungen abzuholen. Wir verabschiedeten uns von Vicki und den anderen Mitarbeiter. Den restlichen Tag verbrachten wir in Portsmouth und am Gunwharf. Am Abend sind wir ein letztes Mal in unserem Lieblingsrestaurant dem ‘Wagamama’ essen gegangen.
Abreise
Nun traf der letzte Tag ein. Ich packte meinen Koffer noch fertig und verbrachte den Morgen anschliessend mit meiner Gastmutter. Sie hat für mich extra Pancakes gemacht und wir haben im Wohnzimmer miteinander geredet, bis ich abgeholt wurde. Der Abschied war dann sehr emotional, da sie mir sehr wichtig geworden ist und ich wusste, dass ich sie vermissen werde.

Schlusswort
Der Sprachaufenthalt in England war für mich eine unvergessliche Zeit. Ich habe nicht nur meine Englischkenntnisse verbessert, sondern auch Freundschaften geschlossen und neue Erfahrungen gesammelt. Besonders meine Gastmutter und Verantwortliche auf der Arbeit sind mir wichtig geworden. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich erleben durfte. Dieser Aufenthalt hat mich persönlich weitergebracht und mir gezeigt, wie schnell man sich an ein Leben ausserhalb der regulären Heimat gewöhnt.
Typische Bilder aus England


Factbox „go to Europe“
Was ist Go to Europe?
Go to Europe ist ein Auslandsprogramm für Lernende in Liechtenstein.
Während deiner Ausbildung hast du die Möglichkeit, für mehrere Wochen im Ausland (z. B. England oder Malta) zu leben, Englisch zu lernen und wertvolle internationale Erfahrungen zu sammeln – je nach Land mit Sprachkurs und/oder Praktikum.
Voraussetzungen
Du kannst mitmachen, wenn du:
- eine duale Ausbildung absolvierst
- in Liechtenstein wohnst oder dort deinen Lehrbetrieb hast
- über solide Englischkenntnisse verfügst
- offen, selbstständig und flexibel bist
- die Zustimmung deines Ausbildungsbetriebs hast
Deine Vorteile
Mit Go to Europe …
- verbesserst du dein Englisch im Alltag und im Berufsleben
- sammelst du internationale und interkulturelle Erfahrungen
- wirst du selbstständiger und sicherer
- stärkst du deinen Lebenslauf (inkl. Europass Mobilität)
- bekommst du ein unvergessliches Erlebnis während deiner Ausbildung
👉 Kosten
Organisation, Betreuung, Flug, Unterkunft und Programm werden übernommen.
Die Finanzierung erfolgt über Erasmus+ (EU-Bildungsprogramm).
🧳 Unterkunft & Betreuung
- England: Gastfamilie (mit Verpflegung)
- Malta: Appartement (Einzelzimmer, Selbstverpflegung)
- Betreuung durch erfahrene Partnerorganisationen vor Ort
📞 Anlaufstelle & Kontakt
Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (ABB)
📧 silvia.risch@llv.li
📞 +423 236 72 14
🌐 Website
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