Zwischen Unterricht, Gastfamilie, Strand und spontanen Gesprächen: Johannes berichtet, wie er seinen Sprachaufenthalt erlebt hat.

Alle Gymnasiasten machen in der 5. Klasse einen zweiwöchigen Sprachaufenthalt in England. Falls du dich fragst, wie das so ist oder noch nicht so genau weisst, was dich erwartet, erzähle ich dir hier, wie es bei mir war.
Die Schule war in Westbourne, zu der ich zwanzig Minuten zu Fuss brauchte. Bournemouth selbst erreicht man mit dem Bus in etwa dreissig Minuten. Dort ist das Meer vom Stadtzentrum aus nur fünf Minuten entfernt. Bournemouth wirkt auf den ersten Blick ehrlich gesagt ein bisschen runtergekommen, aber je länger man dort ist, desto mehr merkt man, dass die Stadt eigentlich genau die richtige Grösse hat. Es alles gibt was man braucht, gute Shops, ordentliche Foodstores, Busverbindungen die wirklich funktionieren, und meine Gastmutter hat mich gleich am ersten Abend noch auf den Park in der Nähe hingewiesen. Irgendwie hat das gereicht, um zu merken, dass es schon okay wird.

Schule, aber anders
Die Schule hiess Westbourne Academy und der Unterricht fing erst um 9.30 Uhr an. Die Klassen waren klein, bei mir waren es 14 Leute. Der Unterricht war so aufgebaut, dass man achtzig Minuten mit einer Lehrperson hatte, dann zwanzig Minuten Pause, und dann nochmal zwei Stunden mit einer anderen, was den ganzen Morgen deutlich abwechslungsreicher machte als man es vielleicht gewohnt ist.
Was man lernt, ist auch nicht einfach Grammatik, die man auswendig kann, sondern wirklich Englisch wie man es benutzt, Kollokationen, Ausdrücke, Sachen, die im echten Gespräch vorkommen. Und das Entscheidende ist, dass man nicht nur mit Leuten aus dem Gymi zusammensitzt, sondern auch mit Schülerinnen und Schülern aus anderen Ländern, was dazu führt, dass man automatisch Englisch redet, auch wenn die Schule vorbei ist, weil es einfach keine andere gemeinsame Sprache gibt.
Schule ist nur bis 12.30 Uhr, danach gab es noch obligatorische Nachmittagsaktivitäten der Schule, was ich eigentlich gut fand, weil man so nicht einfach ziellos herumsteht. Ich habe zum Beispiel zum ersten Mal Laser Tag gespielt und gewonnen, was natürlich ein guter Start war, und das Museum war auch schöner als ich erwartet hatte. Es gab auch Sachen wie eine Bootsfahrt, Bowling, Minigolf, VR Games oder einen richtigen English Afternoon Tea, und wer lieber einfach in der Stadt rumläuft, findet da auch genug, weil Bournemouth gross genug ist, um interessant zu sein aber nicht so gross, dass man sich verliert.
Das Wochenende hatten wir zur freien Verfügung. Ich nutzte es, um Stonehenge und einen Militärhafen zu besuchen. Viele meiner Freunde gingen jedoch nach London. Trotzdem war ich froh, dass ich alleine unterwegs war, somit redete ich ausschliesslich Englisch.

Meine Gastfamilie wurde zum Highlight
Was ich am wenigsten erwartet hatte, war, dass die Gastfamilie so ein grosser Teil des Aufenthalts werden würde. Ich war bei einer Frau und ihrem erwachsenen Sohn, der ab der zweiten Woche weg war, und sie hat von Anfang an wirklich geschaut, dass es mir gut geht. Siekannte Antworten auf alle möglichen Fragen über die Stadt und das Land, und die Abende haben sich oft einfach so ergeben, dass wir stundenlang geredet haben, über alles Mögliche, und ich habe dabei mehr über England und wie die Leute dort leben gelernt als in irgendeiner Schulstunde.
Mein Sprachaufenthalt endete mit einem abendlichen Trip mit meiner Gastmutter an den Strand, wo wir den Sonnenuntergang anschauten, der einen passenden Abschluss für die zwei schönen Wochen bildete.

Fazit
Zusammenfassend war es eine unheimlich schöne Zeit, man lernt viel über andere Kulturen, trifft neue Leute und wird auch selbständiger. Mein einziger, aber wichtigster Tipp an alle, die sowas ähnliches machen: Redet mit englischen Leuten und lasst euch wirklich auf deren Kultur ein, denn so holt ihr das Maximum aus eurem Sprachaufenthalt raus.
