Wenn die Meere sterben, sterben wir. Das ganze Ökosystem Ozean droht aufgrund von Überfischung, IUU-Fischerei, Umweltverschmutzung und Beifang auszusterben.
27 Fussballfelder an Waldfläche werden pro Minute zerstört. Dies ist eine Thematik, welche oft in Schulen behandelt wird. «Deforestation» sowie der ganze Bereich um Plastik und Mikroplastik begegnen uns gegenwärtig im Alltag. Alles rund um die Fischerei hingegen ist leiser, unbekannter und verschwiegener. Dass genau darin ein riesiger Irrtum liegt, wissen die Meisten nicht.

Die stille Zerstörung unter Wasser
Hingegen zu den 27 Feldern Wald, werden 4316 Fussballfelder an Meeresbode zerstört. Das sogenannte Blaue Kohlenstoff-Ökosystem, welches dabei durch Gegenstände der Fischerei wie zum Beispiel Schleppnetze zerstört wird, speichert rund 93% unseres CO2. Der Verlust eines Prozents dieses Systems entspricht den Immissionen von 97 Millionen Autos. Hinzu kommt, dass Wale und die zur selben Spezies gehörenden Delfine, eine komplexe Art der Kohlenstoffumwandlung, ähnlich der Fotosynthese, beherrschen. Durch sie, sowie die vielen Korallen und Meerespflanzen, welche übrigens bis zu 20 mal mehr CO2 speichern können als gewöhnliche Pflanzen, wird ungefähr 4 mal mehr Luft gefiltert als durch den Amazonas Regenwald.

Wenn Abfall im Ozean landet
Plastik und dessen Probleme sind weit verbreitet auf dem Planeten. Ganz besonders stark häuft es sich jedoch zwischen Hawaii und Kalifornien, im Great Pacific Garbage Patch (GPGP). 1.6 Millionen Quadratkilometer an Müll. 46% davon sind alleine Fischernetze, 56% in Total Fischereiabfälle. «Nur» 0.03% sind kleinere Plastikabfälle wie Strohhalme. Die Müllinsel entsteht dadurch, dass Meeresströmungen einen Grossteil unseres Mülls an diesen Zentralen Punkt treiben. Tausende Fische und Meeresbewohner sterben daran oder an den Folgen der Umweltverschmutzung durch das GPGP. Allerdings sterben mehr Fische indirekt durch das Fischen.

Beifang: Millionen Tiere sterben unbemerkt
1000 Schildkröten sterben an Plastiktüten, 250 000 als Bycatch (eng. Für «Beifang»), alleine in der USA. Bycatch, also all das, was durch die grossen Schlepp- und Treibnetzte sowie Ringwaden ausversehen im Netz landet, trägt massiv zum Artensterben bei. 4 von 10 Fischen sind Beifang, bei Garnelen sogar 9 von 10. Jährlich sterben 300 000 Wale und Delfine deswegen, obwohl deren Spezies bereits in kritischen Zuständen sind. Abgesehen vom offensichtlichen, bietet das Fischen mit solchen Netzen und dem dadurch entstehenden Beifang noch ein weiteres Problem.
Der CO2 Aspekt alleine ist ein grosser Grund, um unseren Meeren mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Leider gibt es aber weitere Perspektiven, welche ich hier erwähnen möchte.
Wenn die Nahrungskette zusammenbricht
Wenn die Obersten in der Nahrungskette aussterben, oder die bestände sich zu sehr verlieren, wird die Population der Nächsten zu gross. Diese finden dann nicht mehr genug Nahrung, was dazu führt, dass diese ebenfalls aussterben. So geht es weiter, bis auch die kleinsten Beutetiere dem Hunger erliegen. Diese Tatsache alleine sollte schon furchtbar genug sein, jedoch sterben dann nicht nur die Tiere. Ein Korallenriff ohne Hai überlebt ungefähr 2 Wochen. Danach sterben die Pflanzen ab, das CO2 wird freigesetzt und der Kreis schliesst sich im Negativen.
Plünderung der Meere
IUU Fischerei (Illegal, Unreguliert und Undokumentiert), ist ein Synonym für «Plünderung unserer Fischbestände». Pro Jahr werden 11 bis 26 Tonnen Fisch illegal gefangen, d.h. jeder 5. Fisch im Regal.
Was wir selbst tun können
Umweltorganisationen unterstützen:
Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir Organisationen wie Greenpeace oder – mit Fokus auf den Meeresschutz – Sea Shepherd unterstützen. Während Greenpeace sich für viele verschiedene Umweltthemen einsetzt, konzentriert sich Sea Shepherd ausschliesslich auf den Schutz der Ozeane.
Sea Shepherds Mission:
Paul Watson gründete Sea Shepherd, nachdem er Greenpeace verlassen hatte. Sein Leitsatz lautet:
“Sea Shepherd actions are directed against the unlawful slaughter of marine species by anyone, anywhere, for any reason, popular or unpopular.”
Fischkonsum reduzieren oder ganz darauf verzichten:
Weniger Fisch zu essen trägt dazu bei, die Nachfrage nach kommerziellem Fischfang zu senken. Die konsequenteste und wirksamste Möglichkeit ist der vollständige Verzicht auf Fisch.Sich informieren und andere informieren:
Wissen schafft Bewusstsein. Wer sich über die Probleme der Meere informiert und dieses Wissen weitergibt, kann andere zum Umdenken bewegen.Labels kritisch hinterfragen:
Viele achten beim Einkauf auf Logos wie «Dolphin Safe». Dieses Label bedeutet jedoch lediglich, dass beim Thunfischfang keine Delfine absichtlich eingekreist wurden. Trotzdem geraten noch immer zahlreiche Delfine als Beifang in die Netze und sterben. Solche Labels garantieren daher keineswegs, dass keine Delfine verletzt oder getötet wurden.
Informiert euch, sucht nach Möglichkeiten zu unterstützen und hört zu, wenn die Natur spricht. Denn wenn die Meere sterben, tun wir es auch.
Quellen:
Interview (Video Call) mit Sea Shepherd im Rahmen eines Schulprojektes
Seaspiracy auf Netflix (Die meisten Zahlen und Fakten)
Weitere Quellen:
Evidence that the Great Pacific Garbage Patch is rapidly accumulating plastic | Scientific Reports
Empfehlung: Film «Seaspiracy» auf Netflix
