Wir kennen es alle: Wir wollen nur kurz etwas auf dem Handy nachschauen und schweifen dann voll ab. Schnell sitzen wir dann eine Stunde vor dem Handy und wissen gar nicht mehr, was wir eigentlich nachschauen wollten.

Aber wieso packt uns das Handy eigentlich so?
- Social Media hat einen sogenannten Algorithmus. Das bedeutet: Wenn wir z.B. auf eine Social-Media-Plattform gehen und dort beginnen, ein bisschen herumzuscrollen, können wir kaum mehr aufhören damit, weil immer genau solche Videos kommen, die uns gerade interessieren. Dies merkt die Plattform daran, welche Videos wir zu Ende anschauen und welche nicht. Eigentlich ist das ja schön und gut, aber leider kommt es dann oft zu Situationen wie: „Ich schau nur 5 Minuten, dann mach ich weiter mit den Hausaufgaben“, und plötzlich ist schon eine Stunde um.
- Ein anderer Grund, warum wir auch eine Handysucht entwickeln, sind Benachrichtigungen oder Likes. Denn diese setzen in uns Dopamin aus, was sich anfühlt wie eine Belohnung und uns immer dazu bringt, mehr davon haben zu wollen.
- Manche Menschen haben auch Angst, etwas zu verpassen, wie z.B. den neuesten Trend oder irgendeine „wichtige“ Nachricht etc.
- Ein grosser Faktor ist auch die Langeweile oder der Stress. Das Handy ist eine gute Ablenkung, doch sobald wir das Handy zur Seite legen, ist beispielsweise der Prüfungsstress immer noch da und wichtige Lernzeit ist verstrichen.
So entkommen wir dem ständigen Griff zum Handy
Tipps gegen die Handyfalle:
1. Bildschirmzeit festlegen
2. Handy auf stumm oder „nicht stören“ stellen
3. Social Media nur am Wochenende benutzen
4. Beim Lernen Handy ausser Reichweite aufbewahren
5. Bewusst das Handy einfach mal nicht benutzen
6. Zeiten einplanen, z.B. nach 20 Uhr kein Handy mehr
7. Handy nicht immer griffbereit haben
8. Zeit im Freien verbringen ohne Handy
9. Sport treiben
10. Lesen und selber kreativ werden
Im ersten Moment kann es sehr hart sein. Doch aus eigener Erfahrung weiss ich, wie erlebnisreich ein Tag ohne Handy sein kann. Probier’s doch aus!

Meine persönliche Erfahrung
Ich wusste immer schon, dass ich nicht so viel am Handy sein sollte, doch ich habe nie aktiv etwas dagegen unternommen. In letzter Zeit wurde mir immer mehr und mehr klar, dass das Handy mir in so einem übermässigen Konsum gar nicht gut tut. Ich habe mal gehört, dass eine Bildschirmzeit von ca. 5h am Tag ungefähr 16 Jahre des Lebens ausmachen. Ich weiss aber nicht, ob das genau stimmt. Doch wenn ja, ist das eine sehr traurige Vorstellung, dass man 16 Jahre von seinem Leben nur in ein Gerät geschaut hat, ohne das wirkliche Leben zu erleben. Ein grosser Schwachpunkt von mir ist TikTok, es fesselt mich extrem an mein Handy, und nach ein oder zwei Stunden auf TikTok fühle ich mich unmotiviert und müde. Ich fühle mich kribbelig und unruhig, weil mein Gehirn die vielen Informationen aus diesen kurzen Videos verarbeiten muss. Auch zerstören diese kurzen Videos unsere Aufmerksamkeitsspanne und Geduld. TikTok hat nicht nur schlechte Seiten, es gibt auch viele nützliche Tipps und Ideen. Darum wollte ich TikTok nicht komplett löschen. Derzeit versuche ich, während der Woche kein TikTok zu schauen, nur am Wochenende ein bis zwei Stunden. Ich fühle mich viel besser, ruhiger und produktiver. Natürlich ist oft die Versuchung da, die App zu öffnen, aber ich denke dann immer an die Fortschritte, die ich schon gemacht habe. Das Handy generell hat viele Vor- und Nachteile. Leider ist es fast nicht mehr möglich, ohne Handy zu leben, da wir es auch ab und zu in der Schule brauchen oder um uns mit unseren Freunden zuhause über den Lernstoff unterhalten zu können. Aber wir können eine gute Balance finden. Mein Fazit: Offline leben lässt mehr erleben!
Quellen: Eigene Erfahrung

Schülerin am liechtensteinischen Gymnasium aus Mauren
