„Mein Lehrmeister hatte uns von diesem Sprachaufenthalt erzählt. Daraufhin bewarb ich mich und wurde angenommen. Anschliessend fand ein Meeting mit dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung in Liechtenstein statt, bei dem wir die Flugtickets sowie weitere Informationen erhielten. Es waren sehr lehrreiche vier Wochen, in denen ich England und die englische Sprache besser kennenlernen konnte.„
Samuel Wyss

IBD Partnership
Die IBD Partnership ist für die Personen zuständig, die für vier Wochen nach Portsmouth gehen. Sie hielten zu Beginn eine Einführung, waren jederzeit für Fragen da und boten die Möglichkeit, jeden Donnerstag für eine Stunde vorbeizukommen, um die Woche zu besprechen oder einfach zu chatten.
Ausserdem organisierten sie die Lehrerin, bei der ich in der ersten Woche Unterricht hatte. Sie waren ebenfalls für die Unterkunft, den Transport zum Flughafen sowie den Arbeitsplatz zuständig.
Gastfamilien
Die Unterkunft während dieser vier Wochen war bei einer Gastfamilie. Der Vorteil dabei ist, dass man mit ihnen Englisch sprechen und das Alltagsleben besser kennenlernen kann.
Schule
Während der drei Tage in der Schule sowie bei einem Tagesausflug nach Portsmouth konnte ich viele Alltagswörter lernen und mehr über die Geschichte Portsmouths erfahren. In der Schule wurden vor allem Wörter abgefragt, die man im Alltag benötigt, und bei Bedarf erklärt. Ausserdem wurden englische Gewohnheiten, wie Essen und Teetrinken, thematisiert.
Arbeiten
Am Arbeitsplatz konnte ich mehr oder weniger selbst entscheiden, welche Aufgaben ich übernehmen wollte, und ich hatte ein lustiges Team, mit dem ich gerne zusammenarbeitete. Ich lernte Tätigkeiten wie das Löten sowie das Montieren und Testen von Touchscreens kennen. Das Ganze war eine spannende Erfahrung, da ich einen guten Einblick in die englische Arbeitswelt erhielt. Auch mein Englisch für die Arbeitswelt verbesserte sich deutlich. Zudem durfte ich mitfahren, als eine Info-Wall abgeholt werden musste. Ausserdem lernte ich, wie Überwachungskameras montiert werden, da diese am Standort erneuert werden mussten.


Freizeit
Am ersten Sonntag probierte ich mit dem dort üblichen Sunday Roast bereits eine typische englische Spezialität. Am ersten Montag hatte ich eine Einführung bei der IBD Partnership, in der erklärt wurde, wie sich Engländer verhalten und worauf man achten sollte. Beispielsweise sagen Engländer oft „Sorry“, selbst wenn sie nicht schuld sind. Wenn man sich auf dem Gehweg berührt, sagen meist beide „Sorry“. Ebenso wird häufig „Thank you“ gesagt.
Anschliessend führte uns eine Einheimische durch den Portsmouth Harbour und zeigte einige Sehenswürdigkeiten, wie die HMS Warrior, die im Hafen vor Anker lag. Am nächsten Tag war Schule, weshalb ich am Abend nur nach Gunwharf ging, um etwas zu essen.
Am Mittwoch unternahmen wir mit der Englischlehrerin einen Ausflug zum Historic Dockyard und anschliessend zum Round Tower und Square Tower in Old Portsmouth. Danach ging es weiter zum Southsea Castle von Heinrich VIII. Am Donnerstag durfte ich meinen Arbeitsplatz zum ersten Mal besichtigen und besprechen, wann wir am folgenden Montag anfangen würden.
Am Freitag hatten wir nur zwei Stunden Unterricht, da der Rest der Gruppe Tickets nach London geschenkt bekommen hatte und den Bus erreichen wollte. Ich besichtigte daher am Nachmittag die HMS Warrior sowie die HMS Victory, das Schiff, das als Flaggschiff diente, als Admiral Nelson die französische Flotte besiegte und dabei tödlich verwundet wurde. Am Abend ging ich nach Newbury und am Samstag weiter nach Südwales. Am Sonntagabend kehrte ich wieder nach Portsmouth zurück.
Am Montagmorgen wurde ich zur Arbeit abgeholt. Während dieser Zeit besuchte ich regelmässig abends Pubs, spielte Dart, schaute Fussball oder unterhielt mich mit Einheimischen, was meinem Englisch sehr geholfen hat. In der zweiten Woche war ansonsten nicht viel los.
Am zweiten Wochenende besuchte ich am Samstag das D-Day-Museum in Southsea sowie anschliessend das Wrack der Mary Rose, ein Schiff von Heinrich VIII., das auf seiner Jungfernfahrt gesunken ist und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geborgen wurde. Danach besuchte ich das Explosion Museum, welches Waffen zeigt, die in der modernen Zeit seit etwa dem Ersten Weltkrieg verwendet wurden oder noch werden. Den Abend verbrachte ich im Spinnaker Tower, einem der Wahrzeichen von Portsmouth.
Am folgenden Tag machte ich mich erneut auf zum Historic Dockyard, um das Submarine Museum zu besuchen. Dort ist ein U-Boot der A-Klasse aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt, das auch im Falklandkrieg im Einsatz war. Auf dem Boot bieten Veteranen Führungen an. Anschliessend unternahm ich eine Hafenrundfahrt, bei der man einige aktive Kriegsschiffe sehen konnte.
In der zweiten Arbeitswoche war ich ausschliesslich mit dem Löten kleiner ICs beschäftigt. Am Freitag hatte ich frei und fuhr mit dem Zug nach Brighton. Diese Stadt verfügt über einen schönen Strand mit einem neu gebauten Quay, da der alte durch Stürme, Feuer und Krieg zerstört wurde. Den Rest der Stadt kann ich jedoch nicht empfehlen, weshalb ich Brighton nach etwa vier Stunden wieder verliess.
Am Samstag nahm ich das Hovercraft von Portsmouth nach Isle of Wight. Die Insel liegt nur etwa zehn Minuten von Portsmouth entfernt und versetzt einen in eine frühere Zeit, da dort vieles so wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben – jedoch im positiven Sinne. Am Nachmittag nahm ich die Fähre zurück und besuchte am Abend erneut den Spinnaker Tower.
Am darauffolgenden Morgen fuhr ich mit dem Zug nach London und besichtigte den Buckingham Palace, Big Ben, das London Eye, die Tower Bridge, den Kreuzer HMS Belfast und vieles mehr. Zudem besuchte ich den Nothing Store in Soho. Am Abend ging es wieder zurück nach Portsmouth.
Am Montag war ich wie üblich bei der Arbeit, am Abend fand jedoch das letzte Pubquiz in Cosham statt. Am Donnerstag war mein letzter Arbeitstag. Am Freitag erhielt ich mein Diplom und besuchte anschliessend ein wunderschönes, altes Pub in Portsmouth. Am Samstagmorgen kam das Taxi direkt zu meiner Unterkunft und brachte mich zum Flughafen.
Factbox „go to Europe“
Was ist Go to Europe?
Go to Europe ist ein Auslandsprogramm für Lernende in Liechtenstein.
Während deiner Ausbildung hast du die Möglichkeit, für mehrere Wochen im Ausland (z. B. England oder Malta) zu leben, Englisch zu lernen und wertvolle internationale Erfahrungen zu sammeln – je nach Land mit Sprachkurs und/oder Praktikum.
Voraussetzungen
Du kannst mitmachen, wenn du:
- eine duale Ausbildung absolvierst
- in Liechtenstein wohnst oder dort deinen Lehrbetrieb hast
- über solide Englischkenntnisse verfügst
- offen, selbstständig und flexibel bist
- die Zustimmung deines Ausbildungsbetriebs hast
Deine Vorteile
Mit Go to Europe …
- verbesserst du dein Englisch im Alltag und im Berufsleben
- sammelst du internationale und interkulturelle Erfahrungen
- wirst du selbstständiger und sicherer
- stärkst du deinen Lebenslauf (inkl. Europass Mobilität)
- bekommst du ein unvergessliches Erlebnis während deiner Ausbildung
👉 Kosten
Organisation, Betreuung, Flug, Unterkunft und Programm werden übernommen.
Die Finanzierung erfolgt über Erasmus+ (EU-Bildungsprogramm).
🧳 Unterkunft & Betreuung
- England: Gastfamilie (mit Verpflegung)
- Malta: Appartement (Einzelzimmer, Selbstverpflegung)
- Betreuung durch erfahrene Partnerorganisationen vor Ort
📞 Anlaufstelle & Kontakt
Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (ABB)
📧 silvia.risch@llv.li
📞 +423 236 72 14
🌐 Website
Alles über „go to Europe“ gibt’s in unserem KI-Podcast:
