Podcast: Wenn der Himmel Geschichten erzählt

Ab ins All!

Das Wichtigste in Kürze

  • Sophia und Tatjana starten ihren ersten Podcast
  • Zu Gast: ihr Neni Hansjörg
  • Sterne, Planeten, Galaxien, Sternschnuppen
  • Tipps zum Sterne beobachten
  • Sternwarte & Planetarium in Schaan

Wenn man seinen allerersten Podcast startet, braucht man ein Thema, das gross genug ist. Und was wäre grösser als das Weltall?
In dieser Folge nehmen euch Sophia und Tatjana mit auf eine Reise durch Raum und Zeit – gemeinsam mit ihrem Neni Hansjörg, der mit seinem Teleskop regelmässig den Himmel über Liechtenstein beobachtet.

Er ist mit Leib und Seele Sternebeobachter und schafft es, komplizierte Dinge so zu erklären, dass man einfach nur zuhören (und irgendwann selbst hinaufschauen) möchte.

Ein Blick ins Gespräch mit Neni Hansjörg

Was ist das Weltall für dich?

Das Weltall ist für mich unvorstellbar riesig. Es gibt schätzungsweise 2 Billionen Galaxien – und jede davon besteht aus Milliarden Sternen. Unsere eigene Galaxie, die Milchstrasse, ist nur eine davon. Wenn ich dem Ganzen drei Begriffe geben müsste, dann wären das: unendlich gross, voller Geheimnisse – und einfach wunderschön.

Wie bist du zur Astronomie gekommen?

Das war eher Zufall. Ich sass eines Abends mit Freunden draussen – und wir sahen ein seltsames Licht am Himmel. Jemand holte ein Fernglas, und plötzlich war da: Jupiter mit seinen Monden! Das war mein Schlüsselmoment. Kurz darauf habe ich mir mein erstes Teleskop besorgt – und seitdem hat mich das Weltall nicht mehr losgelassen.

Erinnerst du dich noch an deinen ersten Blick durchs Teleskop?

Ja, das war damals mit Sternkarten, ohne Apps. Ich habe nach einem Sternhaufen gesucht – das sind Ansammlungen von bis zu 100.000 Sternen. Es war gar nicht so leicht, das richtige Feld zu finden, aber als ich den grauen Fleck entdeckte und dann erkannte, dass das alles Sterne sind… das war magisch.

Warum sollten sich Jugendliche mit dem Weltall beschäftigen?

Weil es den eigenen Horizont erweitert. Wir sehen unsere Erde oft als Zentrum – aber im Vergleich zum Weltall sind wir winzig. Ich finde, es tut gut, sich das bewusst zu machen. Und wer einmal die Milchstrasse bei Dunkelheit gesehen hat, merkt schnell: Da oben ist noch so viel mehr.

Warum faszinieren dich Sterne und Galaxien?

Weil wir mittendrin sind. Wir leben auf einem kleinen Planeten – aber dieser Planet ist Teil eines gewaltigen, ständig in Bewegung befindlichen Kosmos. Das allein finde ich faszinierend. Und der Blick nach oben erdet mich. Es zeigt mir, wie klein wir sind – aber auch, wie viel es zu entdecken gibt.

Magst du lieber Sterne oder Planeten?

Beides ist spannend – aber es gibt einen Unterschied: Sterne leuchten selbst, während Planeten Licht reflektieren. Bei den Planeten sieht man durchs Teleskop oft mehr Details, wie die Ringe des Saturn oder den roten Fleck auf dem Jupiter. Sterne dagegen sieht man oft nur als Lichtpunkte – aber dafür in unglaublicher Zahl und Vielfalt.

Was ist das Besondere an Sternschnuppen?

Sternschnuppen sind winzige Teilchen, die in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Besonders viele sieht man jedes Jahr um den 12. August – da lohnt es sich, nachts rauszugehen und in den Himmel zu schauen.

Was sind Sonnenflecken?

Sonnenflecken sind kühlere Stellen auf der Sonne – aber „kühler“ heisst immer noch rund 5.000 Grad. Man sieht sie mit speziellen Filtern oder Projektoren. Wenn die Sonne besonders aktiv ist, können dabei auch Nordlichter entstehen – sogar bei uns. Ich habe letztes Jahr selbst welche gesehen – ein roter Schleier am Himmel, unglaublich schön.

Was ist der Unterschied zwischen Sonnen- und Mondfinsternis?

Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond vor die Sonne – es wird mitten am Tag dunkel. Das ist richtig unheimlich, aber faszinierend. Eine Mondfinsternis ist ruhiger: Die Erde wirft dabei ihren Schatten auf den Mond. Am 7. September gibt’s übrigens die nächste – da gehe ich sicher wieder auf einen Berg, um sie anzuschauen.

Welche Rolle spielt der Mond für die Erde?

Der Mond ist enorm wichtig. Er stabilisiert die Erdachse, sorgt für regelmässige Jahreszeiten – und beeinflusst Ebbe und Flut. Ohne ihn wäre unser Leben, wie wir es kennen, gar nicht möglich. Und mit dem Teleskop kann man wunderschöne Krater und Strukturen sehen, die von früheren Meteoriteneinschlägen stammen.

Welche Angebote gibt’s in Liechtenstein?

In Schaan gibt es eine kleine Sternwarte mit Führungen und sogar ein Planetarium – dort wird der Sternenhimmel auf eine Kuppel projiziert. Das ist super anschaulich. Ich kann jedem nur empfehlen, mal eine Führung mitzumachen oder sich einfach eine gute App runterzuladen und selbst rauszugehen.

Was braucht man, um selbst loszulegen?

Ganz einfach: Neugier, ein bisschen Geduld – und vielleicht eine App wie Stellarium. Wer will, kann sich später ein Fernglas oder Teleskop zulegen. Wichtig ist ein stabiles Stativ – sonst wackelt alles. Und am Anfang hilft es, wenn jemand mit Erfahrung mitkommt und einem zeigt, worauf man achten muss.

Dein Tipp für Einsteiger:innen?

Nicht überfordern! Fang klein an. Lade dir eine App runter, schau in den Himmel und lerne, was da oben ist. Und wenn du mehr willst: Besuche eine Sternwarte, schnapp dir ein Fernglas – und frag jemanden, der sich auskennt. Der Himmel ist da – du musst nur hinschauen.

Neugierig geworden? Dann hör rein!

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