Lohnt sich eine Woche Sprachaufenthalt überhaupt?

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aha-Jugendreporter Laurin

In einer Welt, die immer stärker miteinander vernetzt ist, wird die Bedeutung von Sprachaufenthalten und den damit verbesserten Sprachqualitäten immer offensichtlicher. Doch ein hartnäckiges Gerücht behauptet, dass sich ein Sprachaufenthalt erst ab 2 Wochen lohnt. Sind das bloss Spekulationen oder steckt tatsächlich mehr dahinter? Ich werde in diesem Artikel dieses Gerücht anhand des England-Sprachaufenthalts unserer Schule beurteilen.

Brighton, eine Stadt südlich von London direkt am Meer.

Hintergrund

Die 5. Stufe des Liechtensteinischen Gymnasiums hat von 24. Juni bis zum 2. Juli einen Sprachaufenthalt in England gemacht. Nachdem der Landtag die finanziellen Mittel zuletzt vor 10 Jahren bewilligt hat, war es dieses Jahr wieder möglich, diesen Sprachaufenthalt durchzuführen. Die Schülerinnen und Schüler wurden in die Städte Cambridge, Eastbourne und Brighton aufgeteilt. Schon vor Reisebeginn wurden Stimmen laut, die sagten, dass 1 Woche Sprachaufenthalt nicht lohnenswert sei. Da der Landtag genau den gleichen Betrag wie vor 10 Jahren bewilligte, war es nicht möglich, 2 Wochen anzubieten, weil die Preise seitdem zugenommen haben.

Reise

Die Reise begann am Samstagabend in Schaan. Per Bus sind wir zuerst nach Calais in Frankreich gefahren und dann mit der Fähre weiter nach England. Dort trennten sich die Busse in die Richtung der verschiedenen Städte. Unser Bus ist dann weiter nach Brighton gefahren. Brighton liegt in Südengland direkt am Meer und ist bekannt für den Brighton Palace Pier oder auch für den Fussballclub Brighton Hove Albion. Die Reise dauerte insgesamt 19 Stunden. Die Heimreise startete am Samstagnachmittag. Wir wurden von der Schule abgeholt und sind dann wieder über Calais zurück nach Schaan gefahren.

Sprachaufenthalt

Als wir dann in Brighton angekommen sind, verbrachten wir den Abend entweder bei unseren Gastfamilien oder direkt in der Stadt. Am Montag starteten dann die Sprachstunden. Die Schülerinnen und Schüler wurden in verschiedene Sprachschulen unterteilt. Diese Sprachschulen hatten wiederum verschiedene Klassen mit verschiedenen Sprachniveaus. Wir belegten einen Intensivkurs, da wir nur eine Woche Zeit hatten. Das bedeutet, dass wir am Morgen und am Nachmittag Schule hatten. In der Schule wurde es so organisiert, dass wir am Nachmittag nach dem Unterricht noch einen Ausflug in die Umgebung oder zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten unternommen haben. So hat man nicht nur seine Englisch-Kenntnisse verbessert, sondern auch noch ein bisschen Sightseeing gemacht. Nach dem Programm ging man entweder zu seiner Gastfamilie oder in die Stadt. Das war das Programm von Montag bis Freitag.

Das Niveau in den Klassen sollte eigentlich gleich sein, dennoch gab es teilweise extreme Unterschiede. Nichtsdestotrotz zeichnete sich die herausragende Qualität der Lehrkräfte vor Ort ab, die in der Lage waren, ihre Schülerinnen und Schüler zum Teil auf individueller Ebene zu fördern und nachhaltige Fortschritte zu erzielen.

Der Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Ländern und Ethnien gestaltete sich nicht nur als fesselnd, sondern stellte für viele Teilnehmende auch eine erstmalige Erfahrung dar. In diesem interkulturellen Mosaik wurden nicht nur Kenntnisse vermittelt, sondern es entstand auch ein erweitertes Verständnis für die Vielfalt unserer Welt und ihrer kulturellen Schätze. Es war für viele Teilnehmende unserer Schule auch die erste Reise nach England und für manche sogar die erste Reise überhaupt.

Gastfamilien

Die Teilnehmenden wurden in verschiedene Gastfamilien unterteilt. Diese Unterteilung erfolgte zufällig, man konnte jedoch seine Präferenzen, wie zum Beispiel die Frage nach einer Familie mit Haustieren oder ohne Haustiere. Ich lebte dann für diese Woche bei der 58-jährigen Anna. Anna lebt schon ihr ganzes Leben in Brighton, hat 5 Kinder, 4 Hunde und einige Enkel. Sie hat jede Woche ein Gast-Kind bei sich. Ich persönlich habe mich dort sehr wohlgefühlt und fand es äusserst interessant, mit ihr zu sprechen und zu diskutieren. Ich denke, dass das auch nochmal geholfen hat, um mein Englisch zu verbessern.

Dreiviertel der Schülerinnen und Schüler waren allein bei ihrer Gastfamilie. Es gab aber auch Leute, die zu zweit bei der Gastfamilie waren und die sagten zwar, dass es für sie dann nicht so eine Umstellung war, da sie nicht allein waren. Sie sagten aber auch, dass sie so nicht die ganze Zeit Englisch gesprochen haben.

In England darf eine Tasse Tee natürlich nicht fehlen.

Resümee

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein einwöchiger Sprachaufenthalt durchaus lohnenswert ist. Meiner Meinung nach ermöglichte die Woche einen spürbaren Fortschritt im Englischlernen, auch wenn dieser vielleicht nur graduell war. Insbesondere das Zusammenleben mit Gastfamilien hat mir persönlich sehr gut gefallen und stellte für die meisten Teilnehmenden eine einzigartige Erfahrung dar. Es war nicht nur eine Gelegenheit, die Sprachkenntnisse zu vertiefen, sondern auch, in einem neuen kulturellen Umfeld zu leben, neue Freundschaften zu knüpfen und einen Einblick in das Leben einer fremden Nation zu gewinnen.

Obwohl eine Verlängerung des Aufenthalts zweifellos zu einer noch deutlicheren Verbesserung geführt hätte, ist es wichtig zu betonen, dass ein Sprachaufenthalt nicht nur dazu dient, Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Der kulturelle Austausch, das Schließen neuer Freundschaften und das Erkunden einer fremden Nation sind genauso entscheidende Aspekte. In Anbetracht dessen finde ich, dass sich ein einwöchiger Sprachaufenthalt definitiv lohnt und kann jedem diese Erfahrung nur empfehlen.

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