Tutti, Ricardo und Co.

Online-Marktplätze wie Ricardo und Tutti in der Schweiz oder Ebay in Deutschland haben viele Vorteile und können auch zum Umweltschutz beitragen. Die Plattformen bergen aber auch gewisse Risiken. Tipps zum Kauf und Verkauf und was es dabei zu beachten gilt, gibt es in meinem Artikel.

aha-Jugendreporter Severin

Man kann originalverpackte Artikel zu billigeren Preisen kaufen, ungebrauchte Videospiele weiterverkaufen, Secondhand Kleider zu günstigen Preisen ergattern oder sich ein Auto ersteigern. Die Möglichkeiten, die uns Online-Marktplätze wie Ricardo oder Tutti bieten sind beinahe unbegrenzt. Ungebrauchten Dingen kann so ein zweites Leben geschenkt werden.

Vorteile

Dieser Gedanke ist nachhaltig und toll, deshalb bin ich auch ein grosser Fan den Plattformen. Aber nicht nur deshalb, sondern auch, weil man bei Ricardo und vor allem bei Tutti echte Schnäppchen ergattern kann. Diese sind zwar nicht einfach zu finden, das heisst, man muss sich schon genügend Zeit nehmen, aber wenn man alle Plattformen nach dem gewünschten Produkt durchsucht, findet man mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Inserat mit einem guten Preis. Wenn man Glück hat, ist das Produkt sogar noch unbenutzt und der Preis liegt trotzdem weit unter dem normalen Verkaufspreis. Bei Ricardo haben die Auktionen einen zusätzlichen Reiz. Man muss richtig um das Produkt kämpfen. Aber Vorsicht! Hier kann es schnell passieren, dass man dem Gegner die Stirn bieten will und das eigene Gebot immer weiter erhöht, bis der Gegner aufgibt und man erst im Nachhinein merkt, dass man gar nicht so hoch bieten wollte. Deshalb sollte man sich immer vorher überlegen, auf welchen Preis man sein Gebot maximal erhöhen möchte und lieber zu früh als zu spät aufgeben. Denn selbst wenn man ein Produkt nicht bekommt, gibt es meist noch unzählige andere Angebote für das gleiche oder ein ähnliches Produkt.

Bei Tutti lässt sich auch viel über den Preis verhandeln. Man kann sich vor dem Kauf mit dem Verkäufer austauschen und vielleicht gelingt es, den Preis noch etwas herunterzuhandeln oder dem Verkäufer die Versandkosten auszureden, denn manche sind einfach froh, das Produkt endlich loszuwerden.

Der Aufpreis für den Versand bei Tutti oder Ricardo ist meistens sehr human, aber gerade bei Plattformen wie Ebay muss man sehr aufpassen. Manche Händler verlangen vielleicht nur 10 Euro für das eigentliche Produkt, dann aber zusätzlich 40 Euro für den Versand. Wichtig bei Ebay ist auch, dass beim Versand nach Liechtenstein zusätzlich hohe Zollkosten anfallen können.

Mögliche Nachteile

Ich persönlich kann Ebay nicht wirklich empfehlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man betrogen wird, ist im Vergleich relativ hoch und auch die Qualität der Produkte ist oft nicht vorhersehbar. Natürlich findet man sehr günstige Angebote, aber man sollte sich einfach nicht zu leicht täuschen lassen. Lieber zweimal hinschauen und sich wenn möglich auch mit dem Verkäufer/der Verkäuferin absprechen.

Die Schweizer Plattformen Tutti und Ricardo haben dagegen viel weniger mit Betrügern zu kämpfen. Sie haben sehr strenge Richtlinien, die Inserate werden sehr gut kontrolliert und auch die Bezahlung und der Versand laufen vor allem bei Ricardo sehr professionell ab. Aber natürlich kann es auch hier zu Betrugsfällen kommen, denn Betrüger gibt es leider überall. Tutti und Ricardo bieten in solchen Situationen zwar einen sehr guten Support an, aber es ist meistens ein sehr langwieriger Prozess und es kann leider trotzdem passieren, dass man sein Geld nie wieder sieht. Bei mir ist das aber noch nie passiert, obwohl ich schon unzählige Produkte über Tutti oder Ricardo gekauft habe. Ich hatte immer mit sehr freundlichen und zuvorkommenden Leuten zu tun und kann von keinen schlechten Erfahrungen berichten. Nach eigenen Angaben von Ricardo laufen über 99% der Verkäufe reibungslos ab.

Betrugsmaschen

Betrugsmaschen sind auf den ersten Blick oft schwer zu erkennen. Gerade gefälschte Artikel sind auf den Bildern manchmal schwer zu erkennen. Daher sollte man sich die Bilder immer genau anschauen und besonders darauf achten, ob auf der Verpackung etwas anders aussieht oder ob es Schreibfehler gibt. Man sollte auch das Produktfoto mit dem Original vergleichen und schauen, ob es keine Unterschiede gibt. Wenn keine Fotos vom echten Produkt hochgeladen wurden, sondern nur Fotos vom Produkt aus dem Internet, muss man besonders aufpassen und eventuell nachfragen, ob es Fotos vom echten Produkt gibt. So umgeht man, dass am Schluss ein anderes Produkt vor der Haustüre steht, als man eigentlich bestellt hat.

Bezahlung

Bei Tutti ist die Bezahlung und Lieferung nicht so streng geregelt wie bei Ricardo, deshalb sollte man dies immer so regeln, dass ein Betrug möglichst ausgeschlossen werden kann und man kein Risiko eingeht. Bei Tutti hilft es zudem, dem Verkäufer:in/Käufer:in im Chat ein paar Fragen zu stellen, um seine Vertrauenswürdigkeit zu testen. Bei Ricardo kann man sich die Bewertungen der Käufer:in und Verkäufer:in ansehen. Im Falle eines Betrugs sollte man sich zunächst an den Käufer:in/Verkäufer:in wenden und wenn dieser sich nicht mehr meldet, den Support der jeweiligen Plattform kontaktieren, um sich über die nächsten Schritte zu informieren.

Ricardo hingegen ist die etwas sicherere Wahl zum Kaufen und Verkaufen, da man dort rechtlich besser abgesichert ist, dafür zahlt man aber auch einen etwas höheren Preis. Grundsätzlich ist das Inserieren auf beiden Plattformen kostenlos, man kann sein Angebot aber gegen einen Aufpreis «boosten», damit es mehr Leute erreicht. Der grosse Unterschied ist, dass Ricardo eine Erfolgsprovision von 8 bis 12% (max. CHF 290) verlangt, Tutti hingegen gar nichts. Die Erfolgsprovision von Ricardo ist sehr hoch, was an sich gerade beim Verkauf eher für Tutti sprechen würde, da man dort nichts abgeben muss. Aus eigener Erfahrung kann ich aber Ricardo für den Verkauf eher empfehlen, da man dort meist einen viel höheren Verkaufspreis erzielen kann und sich die Erfolgsprovision somit wieder relativiert. Ausserdem ist man bei Ricardo als Verkäufer rechtlich einfach besser abgesichert.

Der Verkaufspreis eines Produkts kann über ganz einfache Wege maximiert werden. Der wichtigste Punkt dabei sind wahrscheinlich die Bilder. Bei guten Bildern mit passendem Hintergrund und guter Beleuchtung sind potenzielle Käufer meist bereit mehr zu zahlen, als wenn das Produkt nicht schön in Szene gesetzt ist, auch wenn es schlussendlich genau das gleiche ist. Zusätzlich macht eine gute und ausführliche Beschreibung macht das Produkt attraktiver, da man als Käufer dann sofort weiss, was einem erwarten wird. Hier am besten nicht lügen, sondern auch kleine oder grössere Schäden offen zugeben. Auktionen mit tiefem Startpreis sind zwar riskant, können aber teilweise sehr gut funktionieren und den Verkaufspreis in die höhe schiessen lassen. Wer weniger Risiko eingehen kann, setzt den Preis lieber mal zu hoch als zu tief an und passt in dann je nach Nachfrage an.

Für ausführlichere Informationen bieten Tutti und Ricardo beide eine «Hilfe»-Plattform an, wo die wichtigsten Fragen rund um den Kauf und Verkauf von Produkten geklärt wird.

Quellen:

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